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Dossier: Kochduell – oder: Quo Vadis Hessen? 3. November 2008

Posted by Stefan D. Christoph in Politisches.
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Es war einmal vor langer langer Zeit, da sah sich der böse König Roland in den fernen Landen von Hessen gezwungen, seinem Volke Wahlen zu ermöglichen. Im Zeichen des Wahlkampfes vereinte König Roland alle Kämpfer unter seine Flagge und zeigte sich gönnerhaft als Förderer der schönen Künste: In einem beispielhaft beispiellos dadaistischen Wahlkampf (eigener Artikel!) machte er es seiner Herausforderin, der schönen Fürstin Dagmar leicht, beim gemeinen Volk zu punkten.

Doch alea non iacta fuerat – die Würfel waren noch nicht gefallen: Zwar hatte Roland an Rückhalt verloren, auch unter seinen Gefolgsleuten; doch auch Andreas Macht sollte noch nicht gesichert sein. Am 27. Januar rüsteten beide ihre Wahlkampfheere zur Entscheidungsschlacht: Doch der Ausgang der Schlacht war unklar wie einst der von Pyrrhus bei Asculum.

 

Roland durfte sein Amt fortan weiter bekleiden, zwar von nun an unter dem Titel als Landesverweser, aber dennoch ließ er nicht von seiner Krone ab.

Aber Andrea schmiedete weiter an ihren Plänen, Roland von seinem Throne in der Hauptstadt Wiesbaden zu vertreiben. Sie schloss einen Pakt mit dem Grafen Oskar aus einem benachbarten Reich an der Saar, ohne dabei zu bedenken, dass Oskar sich unter ihrem Hofstaat schon einige Leute zu seinen Feinden hatte gemacht.

 

cut: So weit waren wir vor der Sommerpause gewesen. Es gab in der Presse ein hin und her, einmal kündigte Roland Koch Neuwahlen an (Achtung: Glaubwürdigkeit der Quelle mindestens fraglich!), ein andermal gab die SPD-Spitze den Hessen freie Bahn in der Sache „Projekt:Regierungsübernahme“.

Morgen am 4. November sollte er nun kommen der Big Election Day. Neben den US-Wahlen, wollte sich nun auch Andrea Ypsilanti als Ministerpräsidentin in Hessen wählen lassen, und damit den bisherigen Geschäftsführer Koch ablösen. Eine Wohltat für Hessen und jeglichen halbwegs vernünftigen Menschen, der Kochs Eskapaden im Bundesrat oder im Wahlkampf ertragen durfte auf jeden Fall.

 

Heute Mittag nun die Wende: Zu der schon profilierten „Regierunsverweigererin“ Dagmar Metzger gesellten sich nun noch drei weitere Abgeordnete aus den Reihen der SPD: Carmen Everts, Silke Tesch und – interessant – Ypsilantis Hessen-Vize: Jürgen Walter. (Porträts der vier im SZ-Ticker).

Auf einer Pressekonferenz erklärten sie heute Mittag, also gerade mal einen Tag vor der geplanten Wahl Andrea Ypsilantis zur Ministerpräsidentin, dass sie diese nicht könnten mittragen.

Dass die SPD-Parteiführung freut, was heute passiert ist, traut sich noch keiner zu sagen. Das Gegenteil ist der Fall. Dass nun Forderungen nach Parteiausschluss laut werden ist zwar gerechtfertigt; dass diese jedoch erfolgreich zum Ende kommen, eher unwahrscheinlich (siehe noch Wolfgang Clements Fauxpas vor der Hessen-Wahl).

 

Quo Vadis Hessen?

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